ÜBER MICH

Ich male Fische.

und bin Zahnärztin

Ich male Fische. Und ich bin Zahnärztin. Zwei Welten, die für viele nicht zusammenpassen – für mich aber ganz natürlich ineinanderfließen. In beiden geht es ums genaue Hinsehen. Um das Erkennen von feinen Unterschieden. Um das, was unter der Oberfläche liegt, was nicht laut ruft, aber viel erzählt, wenn man sich Zeit nimmt.


In meiner Arbeit als Zahnärztin habe ich gelernt, Menschen wirklich anzuschauen – nicht nur funktional, sondern einfühlsam. Ich sehe Zähne, jeden Tag. Und jeder ist anders. Kein Zahn gleicht dem anderen, auch wenn wir ihn sofort als Zahn erkennen. Es sind kleine, individuelle Formen, mal perfekt, mal schief, mal alt, mal neu. Und doch sind sie alle richtig so, wie sie sind. Genau das berührt mich – und begleitet mich, wenn ich male.


Fische kamen irgendwann dazu. Leise. Wie sie eben sind. Es war keine große Entscheidung, eher ein schrittweises Hineingleiten in eine Welt, die mich auf ihre ganz eigene Weise gespiegelt hat. Auch Fische erkennt man sofort. Und doch ist jeder ein kleines Rätsel. Ein Ausdruck, eine Haltung, eine Farbe – sie sind wie Charaktere ohne Worte. Manche wirken stolz, manche scheu, manche einfach nur da. Und plötzlich sehe ich in ihnen etwas Vertrautes. Manchmal sogar mich selbst.


Wenn ich male, vergesse ich Zeit und Funktion. Dann verlasse ich die klare Ordnung der Praxisräume und tauche ein – in Farbe, Form, Stille. Meine Fische dürfen schief sein, traurig, verspielt, müde, übertrieben oder minimalistisch. Sie müssen nichts beweisen. Sie erzählen – ohne Lautstärke, ohne Anspruch. Und das ist vielleicht ihr größter Zauber.


Was in meiner Zahnarztpraxis klar, strukturiert und präzise ist, darf auf der Leinwand weich, intuitiv und unvollkommen sein. Und beides ist Teil von mir. Ich brauche beides. Die Ruhe, die Konzentration, das Vertrauen der Patient:innen – und das freie, atmende, absichtslose Spiel mit Wasserfarben.


Ich male Fische, weil sie mir helfen, still zu werden. Weil sie mich erinnern, dass Schönheit nichts mit Perfektion zu tun hat. Und weil ich glaube, dass wir alle manchmal jemanden brauchen, der uns einfach nur anschaut – ohne Urteil, ohne Erwartung. So wie meine Fische es tun.

Mehr über mich als Zahnärztin

WArum Fische?

Weil sie leise sind. Und doch so ausdrucksstark.

Weil kein Fisch dem anderen gleicht – wie Zähne.

Weil sie Raum lassen für Geschichten, ohne sie laut zu erzählen.

Wenn ich male, tauche ich ab. Nicht nur in Farbe und Wasser – sondern in eine Welt, die still ist und trotzdem lebendig. Eine Welt, die manchmal sanft, manchmal schräg, manchmal seltsam schön ist.